Tarifvertrag versicherungsaußendienst

Neben den Löhnen (das erste Thema der Tarifverhandlungen auf Unternehmensebene – 11.800 Vereinbarungen im Jahr 2017 von insgesamt 32.248) sind die anderen Hauptthemen Arbeitszeit (8.114 Vereinbarungen), Beschäftigung, insbesondere die Frage der Ableiben älterer Arbeitnehmer in Beschäftigung (3.132 Vereinbarungen) und die Gleichstellung der Geschlechter (3.817 Vereinbarungen). Dies ist auch eine Folge von Rechtsvorschriften, die die Sozialpartner verpflichten, regelmäßig über Geschlechterfragen und die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer zu verhandeln. Die Verhandlungsverpflichtung der Sozialpartner ist auf das historische Umfeld der Arbeitsbeziehungen zurückzuführen, da die Unternehmen verpflichtet sind, jährlich über eine Reihe von Themen (Löhne, Arbeitszeit, Arbeitsorganisation, kollektive Krankenversicherung, finanzielle Beteiligung usw.) oder auf mehrjähriger Basis (Gleichstellung der Geschlechter, Beschäftigung behinderter Arbeitnehmer) zu verhandeln. Üblicherweise besteht die Verpflichtung darin, zu verhandeln, aber keine Einigung zu erzielen. In Fragen der Gleichstellung der Geschlechter oder älterer Arbeitnehmer muss der Arbeitgeber jedoch eine Einigung erzielen oder, wenn die Sozialpartner nicht zustimmen, einen Aktionsplan verabschieden. Die vom Arbeitsministerium eingeleitete jährliche Bewertung der Tarifverhandlungen gibt einen Überblick über die wichtigsten Themen, die auf Branchen- und Unternehmensebene ausgehandelt werden. Im Rahmen der arbeitsrechtlichen Reform von 2016 setzen die Dekrete Nr. 2016-1553 und 2016-1551 vom 18. November 2016 Artikel 8 des Gesetzes um, der das Arbeitszeitgesetz in dreierlei Hinsicht ändert: Er legt die einschlägigen für das Arbeitsverhältnis relevanten bestimmungen der öffentlichen Ordnung fest, legt den Umfang der Tarifverhandlungen in einer Branche oder einem Unternehmen fest, er legt die Bestimmungen fest, die in Abwesenheit eines Tarifvertrags gelten. Im privaten Sektor und mit Ausnahme des öffentlichen Verkehrs besteht keine Verpflichtung, den Arbeitgeber zu informieren oder zu versuchen, eine gütliche Einigung zu erzielen. Es gibt auch keine Regelung der Mindest- oder Höchstdauer eines Streiks. Die Besetzung von Firmengeländen und die Verhinderung von Nicht-Streikenden ist ebenfalls eine rechtswidrige Handlung. In den letzten Jahrzehnten wurde ein dezentralisiertes Verhandlungssystem entwickelt, das den Unternehmen mehr Autonomie sowohl von den Arbeitsgesetzen als auch von nationalen/sektoralen Tarifverträgen bietet.

Erweiterungsmechanismen werden ausgiebig eingesetzt. Diese Praxis bedeutet, die Bedingungen eines Tarifvertrags, der zwischen den repräsentativen Organisationen innerhalb eines Teilsektors (“Branche”) ausgehandelt wird, für alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber in diesem Teilsektor für obligatorisch zu erklären. Um einen Tarifvertrag zu verlängern, müssen die Sozialpartner das Arbeitsministerium um eine Ministerialverordnung ersuchen. Eine große Anzahl nationaler sektoraler Lohnvereinbarungen wird verlängert, was zu sehr hohen Deckungsquoten führt. Viele der Qualitätsbewertungen für öffentliche Dienstleistungen haben sich in Frankreich verbessert. So stieg das Rating für das staatliche Rentensystem von 5,0 im Jahr 2011 auf 5,5 im Jahr 2016 (auf einer Skala von 1 auf 10), was ebenfalls über dem jeweiligen EU28-Durchschnitt von 5,0 liegt. Auch die Qualitätsbewertung für den sozialen Wohnungsbau stieg von 5,6 im Jahr 2011 auf 6,4 im Jahr 2016 und liegt nun über dem EU28-Durchschnitt von 5,6. Weitere deutliche Zuwächse seit 2011 sind bei der Qualitätsbewertung für das Bildungssystem (von 6,1 im Jahr 2011 auf 6,7 im Jahr 2016) und die Gesundheitsdienste (von 6,9 auf 7,4 im gleichen Zeitraum) zu beobachten.

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